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Datum Quelle2024-02-25TAGNotiz  
2024-02-25

2024-02-25 Erika Pluhar: „Schweigen werde ich nie!“ – Kurier
Gspusis, Satansnamen, Schuldgefühle. Erika Pluhar zieht Zwischenbilanz zum 85. Geburtstag. Wie immer offenherzig, kritisch, authentisch. 


Sie ist Grande Dame und Revoluzzerin zugleich. Ein Publikumsliebling, gegen den Strich gebürstet. Erika Pluhar, Schauspielerin, Autorin und Chansonnière, hat österreichische Zeitgeschichte mitgeschrieben und ist doch immer nahbar geblieben. Und auch der nahende 85. Geburtstag am 28. Februar kann ihr die Aufmüpfigkeit nicht nehmen. Nicht umsonst heißt ihr neues Buch, ein Fotoband, „Trotzdem“.

KURIER: Sind Sie durch Ihren bevorstehenden 85er gefordert?
Erika Pluhar: Ja, das hab ich so nicht angenommen, dass da so viel los sein wird. Dazu kommen Lesungen und viel Öffentlichkeitsarbeit für das neue Buch, worüber sich der Verlag freut, aber es ist anstrengend. Ich muss mich dazwischen ausruhen. Nach solchen Terminen werde ich immer ganz stumm.

Nun ist einer Ihrer Wegbegleiter gestorben, der ehemalige Burgtheaterdirektor Achim Benning.
Das hat mich sehr, sehr traurig gemacht. Er war ein Lebensfreund, wir kennen uns seit der Schauspielschule, erst als Kollegen, später war er mein Direktor.

Sie spielten oft unter seiner Regie.
Die mir wichtigsten Arbeiten. Tschechow, Turgenjew und vor allem Gorkis „Sommergäste“: Die waren damals für mich in meinem politischen Erwachen wesentlich. Heute will ja so vieles am Theater politisch sein, aber wir haben einfach nur den Text von Gorki gespielt, und das war so politisch! Die Figur, die ich spielte, greift im Stück alle an und sagt, alle seien faul, kümmerten sich um nichts und seien Opportunisten: Das musste ich dem Kurt Sowinetz entgegenschleudern und hab dafür Szenenapplaus bekommen, etwas sehr Seltenes. Es hat mir gut gefallen, dass da Menschen meiner beziehungsweise Gorkis Meinung waren.

Mit Kurt Sowinetz haben Sie viel gearbeitet.
Es sind so viele Menschen gegangen. Das Weggehen von Zeitgenossen ist mit das Schmerzlichste am Altwerden.

Vom Theater sind Sie jetzt auch schon wieder ein halbes Leben weg.
Ich war vierzig Jahre am Burgtheater, und das ist 25 Jahre her. Ich bin, auch pensionsmäßig, genau zum richtigen Zeitpunkt weggegangen, weil sich die Landschaft des Theaters dann sehr verändert hat, wie so vieles. Es ist nicht mehr meine Landschaft.

Sie gehörten damals zu jenen, die Claus Peymann sehr kritisieren.
Aber eher das Verhalten. Als da plötzlich eine Siegerfahne auf dem Burgtheater prangte und es hieß: Die Jungen kommen. Die Jungen kamen doch immer!

Es heißt oft, Sie seien wegen Peymann gegangen, weil der Sie nicht besetzt hätte.
Das stimmt nicht. Der hätte mich schon besetzt.

Sie gehören noch zu der Generation von Burgschauspielern, denen man anhört, dass Sie nicht aus Norddeutschland stammen.
Ich bin in Floridsdorf aufgewachsen und kann so ein Wienerisch reden, des glaubst ned! Aber als ich in die Schauspielschule nach Hietzing kam, hatte ich nie ein Problem, Hochdeutsch zu sprechen. Ich mochte nur nicht, wenn Piefkisch geredet wurde.

Das ist heute weitgehend normal.
Ja, deswegen versteh’ ich oft nicht einmal den „Tatort“, weil alle so ein piefkisches Deutsch herunternudeln. Als ich am Burgtheater zu sprechen begann, gab es dort noch den Begriff des „Prager Deutsch“. Das war das Deutsch, das weder Piefkisch noch Wienerisch ist, sondern rein. Ich liebe das reine Deutsch, und ich glaube, ich kann es sprechen.

Sie haben Floridsdorf erwähnt. Als Kind wohnten Sie auf der Brünner Straße. Sind Sie manchmal in der Gegend?
Nein, schon lange nicht mehr. Das Haus steht noch, das weiß ich, aber alles rundherum hat sich sehr verändert. Damals waren dort überall Felder.

Ein Kino gab’s auch, die Lichtspiele Weltbild auf der Prager Straße.
Da war ich oft.

War das die Initialzündung, warum Sie Schauspielerin werden wollten?
Ich bin gerade draufgekommen, worauf mein ganzes Berufsleben beruht. Ich bin 1939 geboren und habe die Bombardierung in Döbling erlebt, wo wir wohnten, bevor wir in Floridsdorf eine Wohnung bekommen haben. Döbling hat so ausgesehen wie jetzt die Bilder aus Kiew. Darum ist es für mich auch so besonders bedrückend, dass mir das jetzt im hohen Alter doch wieder so nahe rückt. Jedenfalls wurden wir nach Oberösterreich evakuiert. In Mattighofen ist meine Mutter einmal mit mir in einem Gasthaussaal ins Kino gegangen. Ich war vorher noch nie in einem Kino. Dort habe ich Krambambuli gesehen, wo der Hund am Ende um sein Herrl trauernd am Grab liegt. Ich bin furchtbar tierlieb. Ich hab so geheult, dass meine Mutter mir gesagt hat: Erika, dem Hund geht es gut, das ist alles nur gespielt und erfunden. Das hat bei mir Wurzeln geschlagen. Das Grauen war Realität, aber ich konnte auch über etwas weinen, das erfunden war.

Also sind Sie Schauspielerin und Autorin geworden.
… mit lauter erfundenen Geschichten. Ich hab mich ins Kino, ins Theater zurückgezogen, schon früh kleine Geschichten geschrieben.

Und die Hundeliebe ist Ihnen auch das ganze Leben geblieben.
Ich hatte immer Hunde. Jetzt hab’ ich keinen mehr, ich bin zu alt und zu verlustgeschädigt. Ich halte das nicht mehr aus, wenn der Hund hustet oder im Wald verschwindet. Aber der Haimo, mein Manager, kommt immer mit seinem Hund, einem Magyar Viszla. Sein voriger Hund war der Bruder von meinem letzten Hund, dem Zecherl, zu dem ich mich nach dem Tod meiner Tochter Anna entschlossen habe. Er ist auch früh verstorben. Das darf ich einfach nicht mehr machen, leider. Das halt ich nicht mehr aus.

Sie leben hier in diesem Haus mit Ihrem Enkel? Mein Enkel Ignaz, seine Frau und ihr gemeinsamer Sohn leben nebenan, da, wo der Ignaz mit seiner Mutter gelebt hat. Vor dem Gesetz ist Ignaz mein Sohn, das wollte die Anna so, damit er nicht Proksch heißen muss, das galt als der Satansname.

Den Tod Ihrer Tochter, die 1999 an einem Asthmaanfall starb, haben Sie vor einigen Jahren in Ihrem Buch „Anna“ verarbeitet. Darin waren Sie ganz schön streng zu sich.
Zu mir als Mutter. Ich musste mir diesen Rest von Schuldgefühl wegschreiben.

Schuld weswegen?
Ich war wie eine Alleinerzieherin, als die Anna klein war, und habe sehr viel gearbeitet. Als sie erwachsen war, wurden wir die besten Freundinnen. Aber ihre Kindheit war schwierig. Damals waren Väter nicht vorhanden. Die Männer haben geglaubt, sie werden entmannt, wenn sie das Kind nur angreifen. Und ich war zu wenig mütterlich um Anna herum, als sie es gebraucht hätte.

Und der Proksch, der Mann mit dem „Satansnamen“?
Anna hat ihren Vater sehr geliebt und er auch sie, aus dem Gefängnis heraus. (Udo Proksch wurde als Schlüsselfigur des Falles Lucona 1992 wegen sechsfachen Mordes verurteilt und war bis zu seinem Lebensende in der Strafanstalt Graz-Karlau inhaftiert, Anm.) Als Anna starb, ist er auch gleich gestorben, an gebrochenem Herzen. Sie haben einander sehr geliebt.
Wie haben Sie es geschafft, mit Udo Proksch nach dem Ende Ihrer zum Teil sehr gewaltvollen Beziehung, über die Sie ja auch geschrieben haben, so wohlwollend umzugehen? Der Mann hat Sie geschlagen. Sie blieben ihm gut gesinnt und haben ihn später oft im Gefängnis besucht.
Er war überhaupt kein böser Mensch. Wenn er voll besoffen war, hat er manchmal zugeschlagen. Und ich bin ja dann auch gegangen. Danach waren wir die besten Freunde. Immer. Ich hab mich nicht viel um das gekümmert, was er getan hat, bin auch nicht in seine Clubs gegangen, aber er ist hin und wieder hier aufgetaucht und hat die Anna besucht. Ohne seine Anregung gebe es auch den Ignaz nicht. Udo hat es möglich gemacht, dass Ignaz als Findelkind aus der Sahara zu uns gekommen ist, die Anna ihn aufziehen und ich ihn adoptieren konnte.

Sie werden oft nach dem Udo Proksch gefragt.
Ja. Und es war ja auch der Heller (mit André Heller war Erika Pluhar von 1970 bis 1984 verheiratet; Anm.) nicht der unkomplizierteste Gefährte. Aber zu solchen Dingen gehören immer zwei. Ich muss es ja so kompliziert gewollt haben. Und beide waren in ihrer Art geniale Burschen. Der Udo hat mich ja wirklich interessiert.

Die Zeit ist heute eine andere. Jüngere Frauen würden Ihnen vielleicht vorwerfen, Sie verharmlosen Gewalt an Frauen.
Ich habe keineswegs Gewalt verharmlost, sondern im Gegenteil für die Frauenhäuser gekämpft. Und ich habe sehr für das Frausein an sich gekämpft. Dafür, dass Frauen all das tun können, was sie anstreben. Wir haben damals anderes zu tun gehabt, als zu gendern. Und jetzt gäbe es auch anderes zu tun. Frauen verdienen immer noch nicht gleich viel für gleiche Arbeit. Aber die jungen Frauen heute bauen natürlich auf dem auf, was wir erreicht haben, und verlieren sich zum Teil in Äußerlichkeiten, die mich ärgerlich stimmen.

Es fällt auf, dass viele Schauspielerinnen Ihrer Generation einige Dinge anders sehen, auch was „me too“ betrifft.
Auch mich haben sie damals angerufen und zu „me too“ befragt. Ich bin in mich gegangen und habe gesagt „not me“. Ich war jung, ich war nicht schiach, ich war am Theater, ich war beim Film. Ich hab’ meine Gspusis gehabt. Aber ich betone: Ich wollte die auch. Und wenn ich nicht wollte, hab’ ich Nein gesagt. Es gibt natürlich auch Frauen, die einfach mitspielen, aus Karrieregründen. Aber ich spreche jetzt nicht von zum Beispiel wirklich von einem Chef abhängigen Sekretärinnen, von wirklicher weiblicher Machtlosigkeit.

Gab es nicht in Ihrer frühen Jugend einen Vorfall, wo Sie Nein gesagt haben, aber nicht gehört wurden?
Ich war 15 und in einen sehr feschen Kerl verliebt. Er hätte gerne mit mir geschlafen, mir war das zu früh. Ich bin dann zu Fuß von Dornbach nach Floridsdorf geflohen. Ich war übrigens schwer magersüchtig, was auch ein Ausdruck von nicht „Frau-werden-Wollen“ war. Diese damaligen Frauenbilder à la Doris Day haben mir nicht gefallen. Da kam der unglückliche Versuch meines Freundes, sein „Zu-viel-Wollen“ noch dazu.

Das Nicht-Essen blieb Ihnen noch eine Zeit lang?
Ja, es hat eine Weile gedauert, bis ich’s wieder derpackt hab. Magersucht ist eine schlimme Sucht. Es waren so depressive Zeiten, dass ich gedacht hab, ich bring mich um. Anorexie ist wirklich eine grauenvolle psychische Erkrankung. Ich bin sehr froh, dass ich das in jungen Jahren überwunden habe.

Man kann froh sein, in einer Zeit aufgewachsen zu sein, wo es noch keine ständige Auseinandersetzung mit dem eigenen Aussehen gab, wie das heute durch Handy und sogenannte soziale Medien der Fall ist.
Dieser digitale Wahnsinn ist besorgniserregend. Ich hoffe immer, dass es sich für mich noch ausgeht. Dass ich schon so alt bin, dass ich mich dem digitalen Wahnsinn entziehen kann. Andererseits glaub ich auch, dass ich genau deshalb meist gut besucht bin. Weil ich analog bin. Bei mir gibt’s keine Show. Was ich sage, bin ich, und was ich singe, bin ich. Dazu hab ich meine wunderbaren Musiker. Die Menschheit hat zwei große Aufgaben vor sich, um auf diesem Planeten zu überleben. Einerseits die Ökologie. Wir müssen schauen, dass dieser Planet lebbar bleibt. Die zweite Aufgabe ist, den digitalen Irrsinn und die Künstliche Intelligenz in den Griff zu bekommen. Ich wäre ja schon so froh, wenn ich ein bissl natürliche Intelligenz auf dieser Welt wahrnehmen könnte!

Würden Sie, mit Ihrer Lebenserfahrung, sagen, dass wir in einer besonders herausfordernden Zeit leben?
Dieser Begriff der Zeitenwende ist schon so verbraucht. Aber es ist alles anders geworden. Wenn ich zurückdenke, nach dem Krieg, die 70er, die 80er, die 90er-Jahre. Es gab immer irgendetwas zu kritisieren. Aber man hatte doch immer den Eindruck, die Dinge verbessern sich insgesamt. Jetzt ist mit einem Schlag alles wieder zusammengestürzt. Der Antisemitismus ist wieder da, es gibt zu wenig Bildung,
zu wenig Aufklärung, und dann kommt dieses Social-Media-Glumpert dazu! Früher haben die Idioten am Stammtisch vor sich hin gebrüllt und sind dann heimgegangen. Jetzt brüllt jeder seinen Stumpfsinn in sein Handy und es rauscht durch die ganze Welt. Es ist eine sehr bedrückende Zeit. Aber ich lebe ja schon immer mit meinem „Trotzdem“.

Wie auch das neue Buch heißt.
Ja, und ich versuche, mich so zu motivieren, trotzdem nicht die Hoffnung für den Menschen aufzugeben. Denn der Mensch hat wirklich immer wieder viel geschafft. Ich möchte, dass auch mein Urenkel noch eine lebenswerte Welt erlebt. Und wir leben immer noch in einem sehr lebenswerten Land. Auch wenn jetzt der Herr Kickl im Anmarsch sein sollte. Ich würde sagen: Die Sozis und die Neos und die ÖVP sollen sich zusammenreißen und ihre Diskrepanzen zur Seite legen. Es gibt vernünftige Stimmen wie den Herrn Kaiser in Kärnten (SPÖ-Landeshauptmann; Anm.). Und ich kenne auch ein paar alte ÖVP-Leute gut, die vom Kurz nie was gehalten haben und da auch dafür wären. Wenn der Kickl eine Position erreicht: So alt kann ich gar nicht werden, dass ich nicht meine Stimme erhebe. Schweigen werde ich nie. Solange ich reden kann.

Personen
2024-02-25

202 TITEL – Source

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2024-02-102024-04-04  Kurier
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2024-02-25

2024-02-25
Eiszeit statt Erderwärmung
– Krone bunt
Unser Klima an der Kippe. Aber in Europa in eine andere Richtung als bislang gedacht. Laut Modellrechnungen einiger Klimaforscher wird es 2075 – vielleicht aber schon früher – um 20 bis 30° C kälter!
 


Jahrelang predigen Wissenschafter schon, dass die Welt wegen der Erderwärmung unbewohnbar werden könnte. Die australischen Klimaforscher David Spratt und sein Kollege Ian Dunlop gehen sogar so weit, dass wegen der Hitze ab 2050 jegliche Zivilisation auf dem Planeten enden könnte.
Jetzt aber der Knalleffekt! Denn renommierte niederländische Forscher prophezeien nach genauesten Wettersimulationen und der Einbeziehung mehrerer Signale, die sich jetzt schon mehren, genau das Gegenteil – nämlich eine Eiszeit in der nördlichen Hemisphäre. Wissenschaftliche Begründung für dieses Szenario: Durch das Schmelzen der Pole, das unbestreitbar im Gange ist und im Gefolge Regen in der Arktis bringt, werde mehr Süßwasser in die Nordmeere fließen. Dies wiederum könne unweigerlich die sogenannte Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) zum Erliegen bringen. Diese Zirkulation transportiert warmes Oberflächenwasser aus den Tropen in nördliche Breiten und trägt zur bisher doch recht angenehmen Regulierung der Temperaturen bei. Entscheidend dabei ist der Salzgehalt des Wassers, das den südlichen Atlantik passiert, und zwar in etwa auf Höhe der Südspitze von Afrika. Die immer heftigere Frischwasserzufuhr durch Eisschmelze und erhöhte Niederschläge lässt die salzige Menge nämlich weiter sinken und das wiederum kann zum Kippen des ganzen globalen Wettersystems führen.
Zur Einordnung des Klimawandels: Das hat es schon alles gegeben! Vor allem während
der letzten Eiszeit, als die Temperatur in Grönland alle 1500 Jahre zwischen sehr kalten und etwas höheren Temperaturen schwankte. Worst-Case-Szenario: ein drastischer Temperatursturz in Europa um 20–30° C in Skandinavien. Sogar in Wien könnte es demnach im Winter durchschnittlich um 7° C kälter werden (im Sommer nur um
1° C) – und das schon 2075 oder noch früher! Dies würde naturgemäß dem bisher prophezeiten Klimawandel entgegenwirken und alle bisherigen Schreckensmeldungen von Hitzekatastrophen glatt auf den Kopf stellen. Durch erhöhten Energiebedarf aber wieder zu höheren Emissionen führen.
Golfstrom so schwach wie nie zuvor in 1000 Jahren
Der Wiener Ubimet-Meteorologe Michele Salmi sieht die Entwicklung jedenfalls als wissenschaftlich erwiesen an. Er erklärt gegenüber der „Krone“, dass der Golfstrom schwächer sei als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren. Salmi befürchtet sogar, dass ein abrupter Zusammenbruch der Zirkulation möglich sei und wir uns „rasch darauf
zubewegen“. Auf einen genauen Zeitpunkt will er sich allerdings ebenso wenig festlegen wie der Klimatologe Douglas Maraun vom Wegener Center der Universität Graz.
Laut Salmi drohen durch diese Abkühlung extremste Auswirkungen auf die Landwirtschaft, weil es durch die Anomalien in der Atmosphäre nicht nur kälter, sondern auch trockener würde. Durch den schlechteren Wärmeabtransport würde sich die Erwärmung in der südlichen Hemisphäre dagegen verstärken. Eindringliche Mahnung aller Experten: „Es liegt an uns, alle Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen.“ Dieser sei nämlich so oder so schon im Gange.

2024-02-25

2024-02-25 Sand in unseren Augen – 1984? – Krone bunt
Die per Zwangstribut lebensversicherten Küniglberger merken lang- sam, dass ihnen die früher TV-gläubige Kundschaft abhandenkommt. Sind wir alle Opfer politischer Propaganda? Wie man sie erkennt.
 



Der per Zwangstribut lebensversicherte ORF versucht derzeit fieberhaft, den üblen Geruch parteiischer Mitarbeiter und tendenziöser Berichterstattung zu neutralisieren. Der Wetterbericht wurde per Amtsenthebung des Cheffroschs bereits von vermeintlichen oder tatsächlichen ideologischen Tendenzen befreit, weiteres Aufräumen wurde vom obersten Künigl versprochen. Auch die dickfelligsten unter den Medienmachern merken allmählich, dass ihnen die ehemals gläubige Kundschaft abhandenkommt: Der einst blauäugige, gutgläubige Bürger ist hellhörig geworden und stellt sich immer öfter der Frage: „Kann man den eilfertig als absolute Wahrheit daherkommenden Nachrichten trauen?“ Umstrittene Ereignisse wie in der Ukraine und Israel veranlassen tendenziöse Berichterstatter, Sand ins Auge des Betrachters zu streuen. Auch in Vorwahl-
zeiten wüten propagandistische Sandstürme. Aufgrund welcher Botschaften urteilen wir nächstens in der Wahlzelle?
Neusprech & Umdeutung
Fürchterliche Nachrichten schockieren uns tagtäglich: Die USA wanken bei der Unterstützung der Ukraine. Europa springt ein. In Brüssel denkt man über eine europäische Atombombe nach. Russland arbeitet an einer neuartigen Waffe für den Weltraum. Die Warnung vor einem dritten Weltkrieg, aufrüsten! Der Feind naht! Es wird heißer! Oder doch empfindlich kälter bis hin zu einer neuen Eiszeit? Neonazis erobern die Macht! Dem Bürger läuft’s kalt den Rücken hinunter.
„Propaganda beeinflusst alle Aspekte des Lebens. Individualität und freies Denken werden unterdrückt, um Macht zu sichern. Geschichte wird gefälscht. Es herrscht Neusprech – eine Umdeutung der Begriffe –, um das Denken der Bevölkerung zu kontrollieren und kritische Geister zu behindern. Begriffe werden missbraucht, um Tatsachen und Absichten zu verbergen. Ständige Wiederholung von Schlagwörtern täuscht die Menschen. Die Sprache wird reduziert, um anspruchsvolle Überlegungen zu erschweren. Andauernder Krieg dient dazu, die Bevölkerung von internen Problemen abzulenken: Er wird als ,Friedensbewahrung‘ bezeichnet. Die Schaffung eines ständigen Feindbildes rechtfertigt Unterdrückung, Ausbeutung und Kontrolle. Frieden und Freiheit werden umdefiniert, um die bestehende Machtposition zu rechtfertigen … “ Usw.
Diese Horrorliste ist 76 Jahre alt und stammt aus der Feder von George Orwell. Sein Roman „1984“ war die Projektion seiner Beobachtungen in eine damals ferne Zukunft. Herrschen heutzutage bereits derartige Zustände? Jeder möge sich seinen eigenen Reim darauf machen. In jeweils abgestufter Intensität finden sich die beschriebenen Verhältnisse wohl überall.
Die Deutungshoheit
folgt der Spur des Geldes
Die Perfektionierung der Informationstechnik hat die Objektivität der Berichterstattung leider nicht verbessert. Die Informationsmacht folgt den Spuren des Geldes: Zahlreiche Informationskanäle und Medien wurden durch Konzerne und Privatpersonen übernommen und konzentriert. Beispiele: Jeff Bezos, Elon Musk, Warren Buffett, Michael Bloomberg, Carlos Slim, Rupert Murdoch, Axel Springer, Time Warner usw. – sie alle erwarben Medien und Internet-Foren, wie das einstige Twitter und jetzige „X“ ohne Zweifel auch, um ihre eigenen Interessen zu vertreten. Diese sind nicht immer jene der Allgemeinheit.
„Die Lüge eilt voran, die Wahrheit kommt spät und hinkt. Denn die Lüge ist geschminkt und putzt sich heraus. Die Wahrheit aber geht schlicht und einfach einher“ (Schopenhauer).
Die wichtigste Frage lautet immer: Wem nützt es?
Ob es die Lobbys der Waffenkonzerne sind, welche den unmittelbar bevorstehenden Angriff des überall dräuenden Feindes an die Wand malen, oder die breite Phalanx der selig machenden Weltenretter – sie alle nützen die von Orwell beschriebene Rezeptur. Auf der Gegenseite bringen extreme Rechte berechtigte Anliegen durch maßlose, gehässige Übertreibungen in Misskredit.
Lassen wir uns von Neusprech, Angstmache, Fake News und professioneller Manipulation nicht verrückt machen! In jedem Fall ist es angebracht, die uralte Frage: „Cui bono? Wem nützt es?“ zu stellen. Wer würde den Profit aus manipulierten oder selektiv hochgespielten Nachrichten einkassieren?
Jenseits all des beunruhigenden Geraunes wäre Folgendes zu bedenken:
1. Wer im Lande ist in der Lage, die sozialen Fragen zu lösen?
2. Welche Partei bietet eine realistische Lösung der Migrationsproblematik?
3. Ist es sinnvoll hierzulande große Summen einzusetzen, um die weltweite Klimaerwärmung zu bremsen?
4. Wird die von vielen herbeigewünschte Abschaffung der Neutralität Vor- oder Nachteile für unsere Enkel mit sich bringen?
5. Was würde ein NATO- Beitritt Österreichs auslösen?
6. Wird die weitere Übertragung von Kompetenzen nach Brüssel Europas Bürgern zum Vorteil gereichen?
7. Ist die Verlängerung des Ukraine-Krieges durch Waffenlieferungen für die Zukunft der Ukrainer und Europas langfristig nützlich?
8. Wer hat für das zukünftige Verhältnis zu USA, Russland, China und den BRICS-Staaten die besten Vorschläge?
9. Welchem Parteivorsitzenden traut man zu, seine Vorschläge auch durchzusetzen und dem Wohl des Staates am wirkungsvollsten zu dienen?
10. Welche Partei entspricht am ehesten den aufgezählten Anforderungen? Wie hat sie sich bisher bewährt?
Man ist gut beraten, vieles von dem, was aus Zeitungen und TV herniederprasselt, „cum grano salis“ nicht immer wörtlich zu nehmen und mit Vorsicht und Verstand zu genießen – und die oben angeführten Fragestellungen unbeeinflusst zu untersuchen.
Aufatmend kann man dann die Wahlzelle verlassen, im Bewusstsein, die Wahl als freier Staatsbürger nach bestem Wissen und Gewissen getroffen zu haben.

2024-02-25

2024-02-25 Lohnt sich Arbeiten noch? – Krone bunt
Lohnt sich Arbeiten noch?  


Leistung. Aufstieg. Sicherheit. Das war der Titel des Wirtschaftsprogramms von Bruno Kreisky, mit dem er 1970 mit absoluter Mehrheit zum Bundeskanzler gewählt wurde. Kreisky war beseelt von dem höheren Ziel, dass der Staat jene Rahmenbedingungen schafft, die jedem Österreicher den sozialen Aufstieg durch eigene Leistung ermöglichen. Davon ist 54 Jahre später wenig geblieben.
Der Staat schneidet grosszügig mit
Leistung lohnt sich nicht mehr, weil sich der Staat vom Steuer- und Abgabenkuchen ein zu großes Stück einverleibt. Die Steuerquote in Österreich ist mit fast 44 Prozent an dritthöchster Stelle in ganz Europa.
Wer zu den 3,1 Millionen Österreichern zählt, die einem Vollzeitberuf nachgehen, der finanziert vor allem den Sozialstaat, kann sich aber aus eigener Leistung kaum mehr ein Eigenheim leisten. Es bleibt zu wenig Netto vom Brutto.
Wer hingegen zu den 1,36 Millionen Österreichern gehört, die bloß Teilzeit arbeiten (und das sind nicht nur Menschen, die das nicht freiwillig tun oder die Betreuungspflichten haben), zahlt kaum Steuern. Da ist doch etwas faul im Staate Österreich.
Das österreichische Durchschnittseinkommen wurde von der Statistik Austria zuletzt mit 32.834 Euro brutto im Jahr berechnet. Während beim Arbeitgeber jährliche Gesamtkosten von 42.529,68 Euro anfallen, bezieht der Arbeitnehmer monatlich schlanke 1774,01 Euro netto. Bei höheren Einkommen fällt die Differenz durch die Progression noch drastischer aus.
Zum Vergleich: Ein Langzeitarbeitsloser mit Notstandshilfe erhält das Existenzminimum von 1420 Euro und darf sogar noch 518,44 Euro im Monat dazuverdienen. Macht in Summe 1938,44 Euro netto.
Wer sich komplett aus dem Arbeitsprozess nimmt, bezieht mit Mindestsicherung und Wohnbeihilfe bis zu 1503 Euro netto pro Monat. Plus Vergünstigungen und Gebührenbefreiungen. Dafür muss man bei guter Qualifikation schon ganz schön buddeln. Ein Leistungsanreiz sieht anders aus.
Die Hälfte zahlt
gar keine Steuern
Wer nicht arbeitet, wird vom Sozialstaat nach Kräften aufgefangen. Wer wenig arbeitet, wird mit niedrigen Steuern belohnt.
Ein Diskonter bietet aktuell für 20 Stunden Wochenarbeitszeit ein Bruttogehalt von 1210 Euro monatlich. Netto bleiben dem Arbeitnehmer davon 1027 Euro, weil keine Lohnsteuer anfällt.
Fast ein Drittel aller Arbeitnehmer werken bereits Teilzeit. Vor 20 Jahren waren es noch weniger als 20 Prozent. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass inzwischen 2,7 Millionen steuerpflichtige Österreicher weder Lohn- noch Einkommensteuer leisten – rund die Hälfte aller Erwerbstätigen. 1,9 Millionen davon bekommen von „Vater Staat“ sogar noch eine Negativsteuer bezahlt. Es kommt noch drastischer: Nur 10 Prozent aller Steuerzahler zahlen ganze 60 Prozent der Lohn-/Einkommensteuer.
Unser Steuersystem ist in eine leistungsfeindliche Schieflage gekippt. Aktuell zählen wir 421.207 Arbeitslose und 189.957 Bezieher einer Mindestsicherung. Wer ein schweres Schicksal zu tragen hat und tatsächlich nicht arbeiten kann, der muss immer und bedingungslos Hilfe erhalten. Aber jene, die arbeiten könnten, sollten nicht angeregt werden, es sich in einer sozialen Hängematte bequem machen zu dürfen, sondern mit Anreizen wieder in eine Erwerbsarbeit gelenkt werden.
Derzeit sieht die Sachlage so aus: Wer 20 Wochenstunden arbeitet und auf 30 Stunden aufstockt, erhält zwar brutto 50 Prozent mehr Lohn, netto allerdings nur 32,4 Prozent mehr. Im selben Beispiel bedeuten 40 Wochenstunden zwar 100 Prozent mehr Arbeitszeit, aber nur 66,2 Prozent mehr Nettolohn. Alles, was recht ist: Mit Gerechtigkeit hat das nichts zu tun.
Je weniger Menschen den Sozialstaat mit ihrer Einkommensteuer finanzieren, desto mehr driftet unsere Gesellschaft auseinander. Leistung muss sich lohnen, darf jedoch nicht länger nur für Lippenbekenntnisse in Wahlkampf-Zeiten missbraucht werden. In Österreich erzielen 1,16 Millionen Menschen ein Jahreseinkommen zwischen 40.000 und 70.000 Euro brutto. Diese Gruppe bezahlt 33,4 Prozent der gesamten Einkommensteuer, das sind 10,66 Milliarden Euro. In die Einkommensklasse über 70.000 Euro Jahresbrutto fallen 296.577 Österreicher und 90.439 Österreicherinnen. Somit berappen 5,2 Prozent aller Einkommensbezieher in Summe 14,3 Milliarden Euro bzw. 44,8 Prozent der gesamten Einkommensteuer des Landes.
Arbeit muss einen Unterschied machen
Die Leistungsträger unserer Republik verdienen eine Auszeichnung. Keine Urkunde, kein Klatschen, keinen warmen Händedruck. Nein, diese Leistungsträger verdienen vielmehr einen auf dem Konto spürbar höheren Lohn anstatt finanzieller Sorgen. In den letzten Jahren wurden vor allem untere Einkommen entlastet, womit die Teilzeitarbeit gefördert wurde. Nun ist es hoch an der Zeit, die mittleren Einkommen ab 30.000 Euro Jahresbrutto zu bedienen. Zusätzlich sollte der Staat jene belohnen, die ohne eigenes Verschulden nie arbeitslos oder auf Sozialhilfe angewiesen waren. Wer etwa 15 Jahre lang durchgearbeitet und artig Steuern abgeliefert hat, der hat sich eine spürbare Prämie verdient – beispielsweise in Form einer geringeren Einkommensteuer.
Mit unserem eingefahrenen Steuersystem laufen wir Gefahr, auf Dauer als Gesellschaft einzufahren und Wohlstand zu verlieren. Wer in der Schweiz redlich arbeitet, kann sich mehr leisten. Das Lohnniveau ist mit einem Durchschnittseinkommen von rund 84.000 Euro in der Schweiz fast doppelt so hoch wie in Österreich, und das bei wesentlich geringeren Steuern von 10–18 Prozent. Damit bleibt den Schweizern mehr Netto vom Brutto. Arbeit wird belohnt.
Arbeit und Leistung müssen Freude bereiten, egal, ob man Gründer ist oder in einem Unternehmen als Arbeitnehmer einen wesentlichen Beitrag leistet. Wer keine Freude an seinem Job hat, für den sind auch 32 Stunden pro Woche zu viel. Ich war Anfang der 1990er-Jahre Polizist mit Leib und Seele. Daneben wurde ich zum Unternehmer und verwirklichte meine Träume. Auch 100 Stunden pro Woche habe ich nie als Belastung empfunden, weil mein Beruf für mich Berufung war. Wir sind ein Volk von fleißigen und leistungsbereiten Menschen. Eben das gehört gefördert. Wer Leistung bringt, darf am Ende nicht draufzahlen.

2024-01-23

2024-01-23 Baustelle Gesundheitssystem: Die Qual mit den Wahlärzten – Kurier
Einst ein Randphänomen sorgt der ungezügelte Zuwachs der Zahl der Halb-Privatmediziner für Kopfzerbrechen.
Wie es zum Wahlarzt-Boom kommen konnte. 


Scheindebatten
Nun hat also auch Andreas Babler das Thema für sich entdeckt: Nachdem schon vor Jahren sein Genosse, der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, die Zahl der Wahlärzte reduzieren und ÖGK-Obmann Andreas Huss sie überhaupt abschaffen wollte, möchte sie der SPÖ-Chef unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Engpässe in der Kassenmedizin zu überbrücken. Es braucht keine seherischen Fähigkeiten, um vorauszusagen, dass auch diese Idee – wie ihre Vorgänger – im großen Endlager für unausgegorene gesundheitspolitische Forderungen landen wird. Der Verdacht, dass die Verantwortlichen lieber Scheindebatten über Wahlärzte führen, als die überfälligen tiefgreifenden Reformen anzugreifen, ist wohl nicht ganz abwegig. Daran ist zuletzt auch Johannes Rauch mit seiner Gesundheitsreform gescheitert. Was Babler zugute zu halten ist: Immerhin hat er die Gesundheitsversorgung als Problemfeld erkannt. Andere reden lieber über das Binnen-I.

2024-01-17 SPÖ-Chef Babler will Wahlärzte ins Kassensystem verpflichten – Kurier

2023-11-22 Eine Gesundheitsreform mit vielen Fragezeichen – Kurier


2022-11-22 Gesundheitsreform – Sozialministerium


2024-01-21

2022-08-03 Agri-PV – Solarenergie auf dem Acker, und die Ernte ist sicher – WELT
Derzeit werden auf Flächen entweder Lebensmittel angebaut oder Sonnenenergie erzeugt.
Mit neuen Photovoltaik-Systemen geht in der Landwirtschaft beides gleichzeitig.
Dennoch gibt es Vorbehalte.

2024-01-22

2024-01-22 METHAN – Der Klimakiller, den alle übersehen haben – WELT
Methan ist fürs Klima um ein Vielfaches schädlicher als Kohlendioxid.
Es gibt jedoch mehr davon in der Atmosphäre als bisher gedacht.
Deutsche Forscher haben eine Ahnung, woher ein Teil des Gases entweichen könnte.
Die entscheidende Quelle können sie aber kaum stoppen. 


Die Sache mit dem Methan ist ein weiteres Kriterium, das den Klimaschutz so fragwürdig macht. Denn an der Eindämmung des Methans lässt sich kein Massenmarkt etablieren, vermittels dem die Drahtzieher die wirtschaftliche Leistungskraft bzw. die Ersparnisse von Millionen Menschen anzapfen können. Da ist CO2 viel besser geeignet: Millionen von Menschen können genötigt werden, für viel Geld und Einschränkungen im Gebrauchswert im Vergleich zum Vorgängerprodukt Akku-E-Autos zu kaufen, Häuser zu dämmen, Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen zu installieren, Zertifikate zu kaufen. Das ist das ganze Geheimnis am Klimaschutz.
Im Übrigen interessieren die durch den Ukraine-Krieg emittierten großen Mengen an CO2, CH4 und Schadstoffen in der Klimaschutzagenda bemerkenswerterweise nicht. Die Emissionen werden sogar bagatellisiert, z.B. indem die durch die russische Kriegswirtschaft und Militärlogistik bedingten Emissionen außer Betracht gelassen werden.
Aus der Bagatellisierung des Methans und der Ukraine-Krieg-Emissionen durch die “Klimaschützer” zeigt sich, dass die Emissionen von CO2 und CH4 gar nicht so ernstlich schädlich sein können, da man sie sonst nicht hinnehmen würde. Vielmehr geht es nur darum, Zwangskundschaftsverhältnisse bzgl. anderer Technologien zu schaffen.

2024-01-17

2024-01-17 Spielbein-Standbein der Bildung – Kurier
Die Schulen in mehr Vielfalt und Selbstbestimmung führen. 


Politik, so Max Weber, „bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich“. Das Brett der Bildungspolitik zählt zu den härtesten, allein deshalb, weil Schulgesetze eine lange Vorlaufzeit benötigen und sie erst Jahre, Jahrzehnte später wirken. Wenn Heinz Faßmann die Mittelschulen dadurch aufwertete, dass er – wieder – Leistungsgruppen in den Klassen einführte, wenn er mit Deutschförderklassen Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache die Teilnahme am Unterricht ermöglichte, wird er vielleicht erst als Alterspräsident der Akademie der Wissenschaften von den Erfolgen seiner Initiativen erfahren.
So gesehen ist die Neufassung der Lehramtsausbildung, die nach stetem Drängen von Schulpraktikern und Abgeordneten des Unterrichtsausschusses, nicht zuletzt nach jahrelangem Fordern von meiner Seite, kürzlich von der Regierung präsentiert wurde, ein markanter Einschnitt im harten Brett der Bildungspolitik. Es wurde damit, so Bildungsjournalistin Julia Wenzel, ein echter Erfolg erzielt, wobei sie pointiert hinzufügt: „Es wird einer von wenigen bleiben.“
Tatsächlich darf man in der Abenddämmerung der Gesetzgebungsperiode bildungspolitisch keine Handstreiche mehr erwarten. Doch das starke langsame Bohren der harten Bretter muss fortgeführt werden.
Mit der neuen Lehramtsausbildung erwarten wir junge Lehrkräfte, die einerseits die Persönlichkeit jedes der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen ernst nehmen und andererseits fachlich so firm sind, dass sie begeisternd zu unterrichten verstehen. Dafür hat die Bildungspolitik die Schulen so zu gestalten, dass sich die Lehrkräfte in ihnen entfalten und die Schüler unter ihrer Anleitung nicht nur schreiben, lesen, rechnen, sondern auch stimmig empfinden und richtig denken lernen.
Der Weg dorthin führt meiner Überzeugung nach über die Entlastung der Schulen von den Betonplatten der Bürokratie. Schule, die zu selbstbestimmten freien Menschen erzieht, muss selbst von der Fremdbestimmung in die Eigenverantwortung geführt werden. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser – so hat der Grundsatz zu lauten. Natürlich muss der Staat seinen Schulen ein stabiles Gerüst geben: Schultypen, Fächerkanon, Zielvorgaben. Natürlich hat er dafür zu sorgen, dass Wissen und Fertigkeiten, die Lehrpläne auflisten, gelehrt, gelernt, geprüft werden. Das ist das Standbein. Doch es ist reichlich Platz für Eigenständigkeit, für den kreativen Unterricht zu schaffen. Das ist das Spielbein.
Bildungspolitik als fragiles, vielschichtiges Thema droht in einem hart und ungehobelt geführten Wahlkampf unterzugehen. Doch vielleicht mag die Ankündigung, Schulen in buntere Vielfalt und vermehrte Selbstbestimmung führen zu wollen, Wahlentscheidungen beeinflussen.
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Rudolf Taschner ist Mathematiker und Bildungssprecher des ÖVP-Parlamentsklubs

2024-01-17

2024-01-17 Gibt es mehr Arme, weil andere reich sind? – Kurier
Der jährliche Oxfam-Bericht über Superreiche ist irreführend. 


Ärmer, weil andere reich sind?
Der jährliche Oxfam-Bericht über Superreiche ist irreführend
Während der Großteil der Bevölkerung immer weniger zur Verfügung hat, haben die fünf reichsten Unternehmer ihr Vermögen seit 2020 verdoppelt. So lautet die Schlagzeile des neuen Oxfam-Berichts, der alljährlich zum Start des World Economic Forums die Ungleichheit in der Welt anprangert und die Werbetrommel für Vermögensteuern rührt.
Als wäre die Realität nicht schon hart genug, zeigen sich die Oxfam-Propagandisten einmal mehr kreativ. Das beginnt damit, dass grob geschätzte Vermögensdaten der Forbes-Milliardärsliste vom November 2023 genommen werden, um die Zuwächse der Superreichen zu ermitteln. Diese enorm hohen Vermögen werden mit den Werten vom März 2020 verglichen. Warum? Ganz einfach: Zu diesem Zeitpunkt hatten die Aktienmärkte nach Ausbruch der Pandemie einen Tiefpunkt erreicht. Abgesehen davon sind die fünf Reichsten des Jahres 2020 nicht dieselben wie jene aus 2023. Elon Musk z. B. zählte vor vier Jahren nicht zu diesem exklusiven Zirkel.
Das viel grundlegendere Problem ist aber die Armutsberechnung. Statt Einkommensdaten werden Nettovermögen (Vermögen abzüglich Schulden) herangezogen. Hierzulande haben aber selbst Vermögende Schulden – etwa jene, die kürzlich ein Haus gebaut oder eine Wohnung gekauft haben. Nach Oxfam-Berechnung sind diese Menschen ärmer als ein afrikanischer Bauer, der zwar kein Vermögen, aber auch keine Schulden hat.
Armut mit Schulden gleichzusetzen, erzeugt ein falsches Bild. Alle Quellen zeigen, dass die Armut weltweit rückläufig ist. Die Lebensbedingungen armer Bevölkerungsschichten haben sich deutlich verbessert, Oxfam versucht, dieses Bild mit manipulativen Berechnungen umzudrehen. Trotz der erfreulichen Entwicklung ist nicht schönzureden, dass immer noch Millionen von Menschen zu wenig zum Leben haben. Eine Handvoll Superreiche dafür verantwortlich zu machen, ist aber Unsinn.
Eine kräftige Vermögenssteuer ist auch nicht die Lösung. Wenn Musk weniger Tesla-Aktien hält oder Bernhard Arnault weniger Luxustaschen verkauft, bringt das den Hungernden genau nichts. Armut bekämpft man nicht, indem man arm und reich gegeneinander ausspielt. Was es braucht, ist die Teilnahme der Armen an den Quellen des westlichen Wohlstands. Globalisierung, Freihandel und Marktzugang sind dafür die wichtigsten Voraussetzungen.
Ein Beispiel dafür ist das nobelpreisgekürte Microfinance-Konzept, mit dem auch Menschen, die unter normalen Umständen nie Bankgeschäfte abschließen könnten, Zugang zu finanziellen Basisleistungen haben. Wirkungslose Almosenpolitik, die Geld und gute Wünsche in den globalen Süden schickt, sollte ein Lösungsansatz des 20. Jahrhunderts bleiben. Auch Oxfam sollte sich endlich aus dieser Dritte-Welt-Logik befreien, selbst wenn das die eigene Botschaft schwächt.
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Carmen Treml ist Ökonomin beim marktliberalen Thinktank Agenda Austria

2024-01-15

2022-01-22 Aufnahmetests werden vereinfacht, damit mehr Männer Kindergärtner werden – Standard

 

Grundfähigkeiten im Zeichnen, Musizieren oder Sport sind bei den Eignungsprüfungen nicht mehr nötig, wie aus einem Verordnungsentwurf des Bildungsministeriums hervorgeht
Männer trauen sich ja einiges zu: Sie jagen die Skipisten runter, züchten ihre Armmuskeln hoch, um unglaubliche Gewichte zu stemmen, oder besetzen selbstbewusst die Vorstandsetagen.
Aber sie haben bisweilen Angst, ganz einfache Dinge zu machen. Zum Beispiel kreativ sein, zeichnen, rhythmisch klatschen oder einen Purzelbaum schlagen. Dieses Männerbild scheint zumindest im Bildungsministerium zu kursieren, wenn man die neue Verordnung für die Aufnahmekriterien in die Kindergärten einer strengen Interpretation unterzieht.
Kindergärten werden vorwiegend von Frauen gemanagt. In der fünfjährigen Elementarpädagogik-Ausbildung liegt der Männeranteil bei nur 6,5 Prozent, im entsprechenden Kolleg bei 8,5 Prozent.
Aber sie haben bisweilen Angst, ganz einfache Dinge zu machen. Zum Beispiel kreativ sein, zeichnen, rhythmisch klatschen oder einen Purzelbaum schlagen. Dieses Männerbild scheint zumindest im Bildungsministerium zu kursieren, wenn man die neue Verordnung für die Aufnahmekriterien in die Kindergärten einer strengen Interpretation unterzieht.
Kindergärten werden vorwiegend von Frauen gemanagt. In der fünfjährigen Elementarpädagogik-Ausbildung liegt der Männeranteil bei nur 6,5 Prozent, im entsprechenden Kolleg bei 8,5 Prozent.
Um dieses Verhältnis zu ändern und diesen wichtigen pädagogischen Berufszweig auch für Männer attraktiver zu machen, streicht das Bildungsministerium jetzt die scheinbar “schwierigen” Aufnahmekriterien.
Körperliche Beweglichkeit

Da die Eingangstests für Männer offenbar zu unattraktiv sind, entfallen künftig Kompetenzüberprüfungen im musischen, sportlichen oder kreativen Teil. Es muss kein Purzelbaum mehr für den Nachweis körperlicher Beweglichkeit, keine Zeichenübung, kein Klatschen nach Rhythmus vorgeführt
werden.
So sollen mehr Männer für die Ausbildung gewonnen “und die Diversität gefördert werden”, heißt es in dem entsprechenden Verordnungsentwurf des Bildungsministeriums.

Bisher mussten angehende Kindergartenpädagoginnen oder -pädagogen eine bis zu vierstündige Eignungsprüfung bestehen. Geprüft wurden – so steht es in Paragraf 5 der bisherigen Verordnung – die Fähigkeit zum Erfassen und Nachvollziehen von Rhythmen und Melodien sowie die Voraussetzung “für die Erlernung der im Lehrplan vorgesehenen Instrumente”, die “Fähigkeit zu schöpferischem Gestalten, der körperlichen Gewandtheit und Belastbarkeit sowie die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit”.

Angehende Pädagoginnen und Pädagogen sollten also lediglich Singen, Flöte oder Gitarre spielen können. Und wenn ein Kind “Wie geht ein Baum?” fragt, sollte zumindest die Grundfähigkeit, eine zeichnerische Abbildung eines solchen anzufertigen, vorhanden sein.
Zeitgemäße Prüfung

Kinder wollen ja auch Bewegung im Spiel, und da sollten die “Onkeln und Tanten” in der Regel schon noch mithalten können. Das alles fällt jetzt beim Eignungstest aber weg. Gefragt wird in Hinkunft vor allem die Kommunikationskompetenz.
“Der Schwerpunkt der Eignungsprüfung soll auf sozialkommunikativen Kompetenzen wie Persönlichkeitsbildung, Reflexion des eigenen Verhaltens oder Verhalten in der Gruppe gelegt werden”, heißt es in den Erläuterungen. Im Bildungsministerium wird die Reform der Eignungsprüfung für die Kindergärten verteidigt. Man wolle ein “zeitgemäßes Aufnahmeverfahren”, heißt es im Büro von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) im Gespräch mit dem STANDARD.

Niemand wolle mehr “vor einer Kommission klatschen müssen”. Weder Männer noch Frauen. Dass die Abänderung der Verordnung nur für Männer abgestimmt sei, stimme so nicht, aber ja: Es sei notwendig, endlich mehr Männer in die Kindergärten zu bringen und die Arbeit mit den Kindern attraktiver zu machen, heißt es im Büro von Minister Polaschek.

Viktoria Miffek, Geschäftsführerin von Educare, einem Verein zur Förderung der Elementarbildung, will die Verordnungsänderung nicht groß kommentieren, weist aber darauf hin, dass es immer darum gehen müsse, “die Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen”. Miffek: “Vor allem die Kreativität eignet sich, um mit den Kindern eine Beziehung aufzubauen.” Und das gelte unabhängig vom Geschlecht. (Walter Müller, 21.1.2022)

2024-01-15

2024-01-15 Eignungsprüfung: Kindergärtnerinnen müssen nicht mehr Rhythmus nachklatschen – Standard

 

Eignungsprüfung: Kindergärtnerinnen müssen nicht mehr Rhythmus nachklatschen
Die Aufnahmetests für angehende Kindergartenpädagoginnen werden reformiert. Der Fokus liegt künftig auf der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
Wien – Die Eignungsprüfung für die Aufnahme an Bildungsanstalten für Elementar- beziehungsweise Sozialpädagogik und an den Fachschulen für pädagogische Assistenzberufe wird reformiert. Unter anderem muss kein Rhythmus mehr nachgeklatscht werden, auch der Sport- und der Zeichenteil entfallen. So soll unter anderem die Diversität gefördert werden, heißt es in den Erläuterungen zu einer Verordnung des Bildungsministeriums.
Wie die Eignungsprüfung aktuell abläuft

Wer eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin oder zum Kindergartenpädagogen beginnen will, muss derzeit eine bis zu vierstündige Eignungsprüfung bestehen. Diese besteht aktuell aus vier Teilen – abgeprüft werden musikalische Bildbarkeit, die Fähigkeit zum schöpferischen Gestalten, körperliche Gewandtheit und Belastbarkeit sowie Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit. Künftig soll davon nur mehr die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit bestehen bleiben.
Wie die Eignungsprüfung künftig aussieht
Entfallen würden dabei jene Prüfungsteile, bei denen etwa ein Rhythmus nachgeklatscht oder eine Melodie nachgesungen werden muss. Auch der Nachweis der Schwimmfähigkeit sowie etwa ein Lauf beziehungsweise ein Geschicklichkeitslauf mit abschließendem Purzelbaum müssen nicht mehr erbracht werden. Gleiches gilt für die Überprüfung der feinmotorischen und der “schöpferischen” Fähigkeiten etwa durch eine Zeichnung.
Schwerpunkt sozial-kommunikative Kompetenzen
Übrig bleibt der Nachweis der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit. “Der Schwerpunkt der Eignungsprüfung soll auf sozial-kommunikative Kompetenzen wie Persönlichkeitsbildung, Reflexion des eigenen Verhaltens oder Verhalten in der Gruppe gelegt werden”, heißt es in den Erläuterungen. Dauern soll sie ähnlich wie bisher zwei bis vier Stunden.
Bereits im Vorjahr war ein ähnlich lautender Verordnungsentwurf in Begutachtung. Er wurde dann aber nicht umgesetzt.

Ebenfalls neu geregelt wurde ein Teilaspekt der Aufnahme an AHS und Mittelschulen. Zuletzt wurde schon per Gesetz die Möglichkeit geschaffen, an diesen Schulen eine englischsprachige Ausbildung als Schwerpunkt zu führen. Dafür werden nun die Vorgaben für die entsprechende Eignungsprüfung geschaffen – ähnlich wie es sie etwa für die musische Ausbildung oder den Sportbereich bereits gibt. (APA, 15.1.2024)



2024-01-15

2024-01-15 Eignungsprüfung: Kindergärtnerinnen müssen nicht mehr Rhythmus nachklatschen – Standard


2024-001-16 REFORM ??? -Kindergärtner: Klatschtest entfällt – Kurier 


Kindergärtner: Klatschtest entfällt
Reform. Die Eignungsprüfung für die Aufnahme an Bildungsanstalten für Elementar – bzw. Sozialpädagogik und an den Fachschulen für pädagogische Assistenzberufe wird reformiert. Unter anderem muss kein Rhythmus mehr nachgeklatscht werden, auch der Sport- und der Zeichenteil entfallen. Ebenso soll künftig der Nachweis der Schwimmfähigkeit entfallen, aber auch ein Lauf beziehungsweise ein Geschicklichkeitslauf mit abschließendem Purzelbaum müssen nicht mehr erbracht werden. So soll unter anderem die Diversität gefördert werden.