Frauenbewegung, wohl richtiger die Frauenrechtsbewegung

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Die
Frauenbewegung
, wohl richtiger die Frauenrechtsbewegung

hat ihren Ursprung im Zeitalter der Aufklärung.


Marie-Olympe-de-Gouges
1791, also kurz nach der Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte (die zu diesem Zeitpunkt nur für Männer galten) 1789, forderte

Olympe de Gouges mit ihrer Déclaration des droits de la Femme et de la Citoyenne dieselben Rechte und Pflichten für Frauen ein.


Das Ziel der Erlangung der vollen Bürgerrechte für alle Frauen wurde bis in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts zumindest partiell erreicht.


In der Nachkriegszeit war die Wiederherstellung rigider Geschlechterrollen sowie das Leitbild von Ehe und Kernfamilie als dominante Lebensform wichtiger Bestandteil einer angeblichen „Normalisierung“ der Lebensverhältnisse.

Dagegen formierten sich in den sechziger/siebziger Jahren Frauenbewegungen in Westdeutschland und anderen europäischen Ländern nach dem Vorbild der US-amerikanischen Frauenbewegung, des Women’s Liberation Movement (Women’s Lib), um
die rechtliche und soziale Situation der Frauen zu verändern/verbessern.

… mehr über die damalige Situation der Frauen …
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Das Folgende beschreibt – bedauerlicherweise – auch die Situation im damaligen Österreich


Um die Bedeutung des feministischen Aufbruchs seit den 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland nachvollziehen zu können, muss man sich die Bedingungen für Frauen vergegenwärtigen.


Mitte der sechziger Jahre waren Mädchen, vor allem aus Arbeiter- und Landfamilien, an weiterführenden Schulen deutlich benachteiligt, und es studierten wesentlich mehr Männer als Frauen.


An den Hochschulen gab es kaum weibliche Wissenschaftler und Hochschullehrer. Frauen waren auch in der politischen Repräsentation kaum vertreten, obwohl die Aufnahme der Gleichberechtigung ins Grundgesetz wesentlich das Verdienst von Politikerinnen wie Elisabeth Selbert war.


Nur jede dritte Frau war erwerbstätig, die geschlechtsspezifische Verteilung der Berufe folgte weitgehend den geschlechtsspezifisch stereotypen Zuschreibungen, wie den sogenannten Leichtlohngruppen und „Frauenberufen“.

Die allgemeine rechtliche Situation von Frauen entsprach nicht derjenigen der Männer. So konnte der Ehemann als gesetzlich definierter „Haushaltsvorstand“ verbindliche Entscheidungen alleine treffen.


Bis 1962 durften Frauen ohne Zustimmung des Mannes kein eigenes Bankkonto eröffnen und darüber verfügen.

Noch bis 1977 schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass eine Frau die Erlaubnis ihres Ehemanns für die eigene Berufstätigkeit brauchte. Auch wenn er es erlaubte, verwaltete er ihren Lohn.


Im Scheidungsrecht galt das Schuldprinzip, so dass Hausfrauen, die „schuldig“ geschieden wurden, oftmals ohne jegliche finanzielle Unterstützung dastanden.


Vergewaltigung in der Ehe hieß noch „eheliche Pflicht“, Abtreibung war verboten, und die Kinderbetreuung war vollständig privatisiert und damit überwiegend exklusive Aufgabe der Frauen.

Bis zur Jahrtausendwende wurden durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit dieser Frauenverbände beachtliche Erfolge erreicht.

Auch in Österreich wurden beachtliche Erfolge erzielt.
– Meilensteine für Frauen in Österreich  up down

1893 Gründung des "Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins".

Auguste Fickert wird Präsidentin, Rosa Mayreder ihre Vize.
1897 Frauen werden als ordentliche Hörerinnen an der philosophischen Fakultät zugelassen.
Gabriele Possanner von Ehrental studiert Medizin in der Schweiz und promoviert am 2. April 1897 als erste Frau in Österreich.
1918 Frauen erhalten in Österreich das allgemeine Wahlrecht.
1966 Grete Rehor (ÖVP) wird erste Sozialministerin.
1970 Die Stellung des unehelichen Kindes wird aufgewertet.
1975 Der Schwangerschaftsabbruch bis zum dritten Monat wird entkriminalisiert (Stichwort: Fristenlösung).
1975 Die Familienrechtsreform stellt Frauen und Männer rechtlich gleich: Frauen dürfen ohne Zustimmung des Mannes arbeiten, über den Wohnsitz mitentscheiden und den Familiennamen wählen
1977 Sozialreform für Mütter: Die Erhöhung des Karenzgeldes, Einführung des Mutter-Kind Passes, Verlängerung des Mutterschutzes, einwöchige Pflegefreistellung werden beschlossen.
1978 Abschaffung der "Väterlichen Gewalt", Änderungen des Ehegattenerbrechts, des Ehegüterrechts und des Ehescheidungsrechts.

Im selben Jahr eröffnet auch das erste Frauenhaus in Österreich.
1989 Durch die Sexualstrafrechtsreform werden Vergewaltigung und geschlechtliche Nötigung in der Ehe oder Lebensgemeinschaft strafbar.
1990 Johanna Dohnal (SPÖ) wird als erste Frauenministerin angelobt.
1993 Das Gleichbehandlungsgesetz tritt in Kraft (Punkte: Diskriminierung, sexuelle und allgemeine Belästigung am Arbeitsplatz); Reformen: 2004, 2011.
1997 664.977 Menschen unterschreiben das Frauenvolksbegehren "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit".
1997 Das Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie ermöglicht die Wegweisung, das Betretungsverbot und die einstweilige Verfügung als Schutzmaßnahmen.
1999 Die partnerschaftliche Teilung der Versorgungsarbeit wird in das Ehegesetz integriert.

Das Erstellungsdatum 2012-09-30 dieser Liste aus dem Kurier Meilensteine für Frauen in Österreich von Sandra Lumetsberger weist auf den bedenklichen Umstand hin, dass offenbar im neuen Millenium keine weiteren Erfolge zu vermelden sind. Barbara Prammer


Dies könnte auf den Verzicht der Autorin, die 12 Jahre nach 1999 zu recherchieren zurückzuführen sein, vielmehr legt es aber die Vermutung nahe, dass nach der sehr engagierten und durchsetzungsfähigen Ministerin Barbara Prammer (SPö), die Frauen"angelegenheiten" lieb- und lustlos herumgeschoben wurden, wie die Ministerienliste 1997 – 2000 Bundesministerium Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Barbara Prammer (SPö)
2000 – 2003 Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen, Herbert Haupt (FPÖ)
2003 – 2007 Bundesministerium für Gesundheit und Frauen – Maria Rauch-Kallat (ÖVP)
2007 – 2008 Kanzleramtsministerin für Frauen, Medien und Regionalpolitik Heidrun Silhavy
(bis 1. Juli 2008: Doris Bures) beide SPÖ
2008 – 2013 Kanzleramtsministerin für Frauenangelegenheiten und Öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ)
2013 – Bundesministerium für Bildung und Frauen Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ)
zu belegen scheint.


Die für mich auffälligsten Leistungen waren "Töchter in die Bundeshymne" von Maria Rauch-Kallat und die Nachhilfestunde zum richtigen Singen dieser Hymne für Andreas Gabalier von "Unterrichts"ministerin Heinisch-Hosek.


  Eigentlich ein Armutszeugnis für die österreichische Frauenpolitik seit 2000.  


P.S.:  Wer suchet, der findet!
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2022-12-102022-12-10 txt - Judith Hecht - PresseArchiv
 
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Genaue Kenntnisse zu Ursachen und Folgen der Jahreszeiten sind wichtig in der Landwirtschaft, Wetter- und Klimaforschung, Ökologie, Medizin und für den Tourismus.

Medienspiegel:

2022-01-04 Kurier 

Europarechtler Obwexer erklärt, warum eine Klage der Umweltministerin gegen die Einstufung von Kernenergie als “grün” kaum Aussicht auf Erfolg hätte.

2022- link – source

Leserbriefe:

Für den Müll öffnen
Erschienen am So, 25.7.2021

Tonnen an Lebensmitteln landen bei uns im Müll öffnen
Erschienen am So, 25.7.2021


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