Eilige Suche nach neuen Gas-Quellen in den Emiraten

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Österreichs Regierungsspitze auf Shopping-Tour auf der arabischen Halbinsel:
Warum eine Diversifizierung der Gas-Handelspartner wichtig und vorerst ohne Alternative ist.
Gas aus Emiraten? "Es ist grauslich, aber wer weiß eine bessere Lösung?"

„In den letzten 10 bis 15 Jahren wurde zu wenig unternommen, um Abmachungen mit neuen Gas-Lieferanten einzugehen“ (Gewessler) – Ja, das stimmt! (Toni Polster?)
„Wunder“ dürfe man jetzt aber „keine erwarten“ (Nehammer) – Ja, das stimmt auch! (JPS)

Die Besserwisser lesen jetzt die Bücher von hinten

Einer dieser Besserwisser meldet sich hier zu Wort: Ex-OMV-Chef Roiss teilt kräftig gegen “Putin-Versteher” aus und scheint sich auf einem Rachefeldzug wegen seines unfreiwilligen Abgangs aus der OMV zu befinden.
“Österreich und die OMV sei von einer Gruppe von Leuten gezielt in eine Abhängigkeit von Russland gelenkt worden.” und ortet “kleine Austro-Oligarchen”
Auch der Energie-“Experte” Walter Boltz findet ein “Teures Erbe von Ex-Vorstand Seele”
So bekommen Seele, Wolf, Schelling aber auch Schüssel ihr Fett ab, Gusenbauer bleibt aber seltsamerweise unerwähnt.
Diese retrospektive Besserwisserei trägt nichts zur Bewältigung der aktuellen Situation bei, wird aber von den Medien genüsslich als Aufreger präsentiert.
Sonderbares Österreich, sonderbarer Journa(il)lismus,

Die “grausliche” Shopping-Tour:

Die größten Gasreserven halten Russland (37%), Iran (32%), Katar (24%), Turkmenistan (14%), USA (13%), Saudi Arabien (6%) und die Emirate (6%).
Gewesslers stellvertretende Kabinettschefin stellt dazu fest.
„So weh das tut, ob die Exporteure nicht-demokratische Staaten sind oder das Gas extrem umweltschädlich gewonnen wird (Schiefergas), das müssen wir jetzt zumindest kurzfristig akzeptieren. Es ist grauslich, aber wer weiß eine andere Lösung?“, so war es richtig auf die Shopping-Tour zu gehen.

Dass die grüne Umweltministerin das Flugzeug statt dem Zug nehmen musste um in die Emirate zu gelangen, zeigt die erste von vielen Hürden auf, die das Gas von dort zu nehmen hat.
Wie – auf welchem Weg (und zu welchen Kosten des Transports) – kann die “signalisierte” Gaszulieferung nach Österreich erfolgen?

Die Karte zeigt, welch komplizierten Weg das Gas nehmen muss. Dazu kommt, dass die bestehenden pipelines völlig ausgebucht sind und direkte pipelines von den Emiraten zum Mittelmeer noch nicht einmal geplant zu sein scheinen.

gas-pipelines-in-Eurasia

Mangels eigenem Flüssiggasterminals muss man erst Kapazitäten im Ausland finden, deren Kosten wahrscheinlich nicht zu unterschätzen sind.
Auch ob das österreichische Gasnetz den Kapazitätsanforderungen genügen kann ist zu überprüfen. 

Quelle: e-control
Die Eignung zum Wasserstofftransport ist ebenso einer Prüfung wert, wenn Frau Köstingers Pläne Realität werden sollen.

Medienspiegel:

2022-03-06 Gas aus Emiraten? “Es ist grauslich, aber wer weiß eine bessere Lösung?”” Kurier – Bernhard Gaul

2022-03-06 OMV-Abschreibung in Russland: „Teures Erbe von Ex-Vorstand Seele“ Kurier – Simone Hoepke

2022-03-05 Hans-Werner Sinn: “Auch Österreich muss in der Realität aufwachen” Kurier – Michael Bachner Archiv
Der Top-Ökonom analysiert die breit gefächerten Folgen des russischen Angriffskrieges und der EU-Sanktionen.

2021-10-05 Die zwei Corona-Fehler der Regierung und der Mangel an Eigenverantwortung Presse 

hier wäre ein tetx

P.S.:  Wer suchet, der findet!  

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Mit ihrem Antrittsbesuch in Paris ist die Außenministerin in der Realpolitik angekommen. Der Schulterschluss mit Frankreich ist für Deutschland zentral, um in Europa etwas zu bewegen. Jetzt müsste Baerbock nur noch ihren mitunter naseweisen Ton ablegen.

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