NATO-Beitritt “schützt” – hier irrt Anton Pelinka!

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"Vier Staaten, also drei Staaten aus der früheren Sowjetunion, sind der NATO beigetreten. Davon Estland liegt fast an den Vorstädten von Sankt Petersburg.
Gegen wen hatte russische Aggression sich gerichtet?
Gegen das Nicht NATO Mitglied Ukraine! Das muss doch zu denken geben."

... und "denkt" offensichtlich dabei: Österreich muss in die NATO - um "geschützt" zu sein?

Anton Pelinka hat als Politikwissenschaftler schon wesentlich fundiertere Analysen geliefert, als die über den “Schutz der NATO”, die er “IM ZENTRUM” vom 2022-05-22 gebetsmühlenartig vorgetragen hat.

Ja, der Vorwand russische Minderheiten zu schützen, hätte auch für einen Einmarsch in die baltischen Länder herhalten können, aber die geopolitischen Zielsetzungen Putins waren und sind andere.

  • Die Einnahme der “neutralen” Pufferzone zwischen NATO und Russland
    Dies ist bislang wegen der unerwartet starken Gegenwehr der Ukrainer (noch) nicht gelungen.
  • Die Einverleibung der wirtschaftlich starken Regionen des Donbass mit seinen reichen Steinkohlevorkommen und des Krywbas als wichtigste Eisenerzregion Osteuropas
  • Eine sichere Landbrücke zur annektierten Krim und damit freien Zugang zum Schwarzen Meer (das er ja als “russisches Meer definiert)

Wenn der Westen die Ukrainer in ihrem Abwehrkampf nicht rasch und umfangreich unterstützt,
wird er wahrscheinlich die beiden letztgenannten Ziele erreichen.

Nur ein militärisches Zurückdrängen auf den Status vor dem 24. Februar 2022 muss die Zielsetzung der Europäer sein.

Den Status quo ante auf diplomatischen Weg wiederherstellen zu wollen, ist naive Utopie.


Lieber Herr Pelinka, nicht die NATO-Mitgliedschaft hat die baltischen Staaten “geschützt”,
nein, es war und ist ihre – für Putin – geopolitische Bedeutungslosigkeit!

P.S.:  Dass sich Finnland – mit einer 1.300km langen, direkten Grenze zu Russland – der NATO anschließen will, ist verständlich und vernünftig. Auch dass Schweden – quasi Finnlands Hinterland – diesen Weg wählt, ist ebenso verständlich und vernünftig. 
Beide werden aufgrund ihrer Wehrhaftigkeit in der NATO willkommen sein.

Österreichs Situation ist deutlich anders. Die geographische Lage und die beschämende Wehrunfähigkeit raten nicht zu einer Annäherung an die Nato.
Auch würde ein eventuelles Beitrittsansuchen auf mildes Lächeln stoßen, wenn wir unser technisches Hilfswerk – das wir hoffnungsfroh als Bundesheer bezeichnen – als Verstärkung in die NATO einbringen wollten 😉

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